„Alle Bildung ist Selbstbildung“

„Die freie Person ist ’sich selbst‘ in die Hand gegeben, d. h. Leib und Seele sind – wenn auch nicht bedingungslos – der Leitung des Willens unterstellt. Der Mensch kann aus der ihn umgebenden Welt die bereitliegende Nahrung für Leib und Seele holen, er kann das Angemessene auswählen und Schädliches fernhalten; er kann das aber auch verabsäumen, er kann ‚sich vernachlässigen‘ und es damit selbst verschulden, wenn er ‚ungebildet‘ bleibt oder ‚verbildet‘ wird.“

(ESGA 16, 35)

Tagungsprogramm

Jahrestagung der Edith Stein Gesellschaft Österreich

Freitag, 19. Oktober 2018

18:00 Uhr, Stephansdom

Hl. Messe

19:45 Uhr, Festsaal des erzbischöflichen Palais

Begrüßung durch P. Roberto Maria Pirastu OCD
Präsident der Edith Stein Gesellschaft Österreich

Eröffnungsvortrag von
Dr. Beate BECKMANN-ZÖLLER, München

Bildung zur Menschwerdung. Edith Steins Beitrag zur Entfaltung humaner Personalität aus dem christlichen Glauben

In der gegenwärtigen Debatte darum, wie Religionen – Islam und Christentum – zu Bildung und Bildung zu Religion stehen, tut eine Besinnung not, die aus Edith Steins Anthropologie inspiriert ist. Von knieender Religionsphilosophie und von personaler Begegnung geprägt, können wir aus Edith Steins Pädagogik Grundstrukturen ableiten: die theologischen Wurzeln des Menschenrechts auf Bildung („imago dei“ und „imitatio Christi“), bildungsfördernde Momente des christlichen Glaubens, das Bildungsideal des „menschlichen Menschen“ und die Hilfe des christlichen Glaubens zur Entfaltung humaner Personalität.

Samstag, 20. Oktober 2018

10:00 Uhr, Festsaal

P. Dr. Christof BETSCHART OCD
Teresianum, Rom

Selbstgestaltung versus Kreuzgestalt?
Zum philosophisch-theologischen Gestaltbegriff Edith Steins

Wenn Edith Stein über Bildung schreibt, ist oft auch von der menschlichen Gestalt und Gestaltung die Rede. Diese beiden Begriffen erlauben nicht nur eine philosophische Erörterung der einen, komplexen menschlichen Person, sondern auch eine theologische Öffnung auf die Gestalt Christi hin. Was bedeutet das konkret für menschliche Bildung und Berufung?

11:00 Uhr

Pause

11:30 Uhr

Prof. Dr. Anna Maria PEZZELLA
Pontificia Università Lateranense, Rom

Identität und Bildung bei Edith Stein

Der Vortrag möchte die Bedeutung der Bildung für die Identität der Person zeigen.
Wer ist die menschliche Person? Warum braucht sie die Bildung?  Das sind die Fragen, die wir beantworten wollen.

12:30 Uhr

Mittagspause

14:30 Uhr

em. Univ.-Prof. Dr. Josef WEISMAYER, Wien
Mag. Erhard LESACHER, Wien

Warum ein einfacher Glaube nicht genügt…
Theologische Erwachsenenbildung am Beispiel der Wiener Theologischen Kurse

Wer heute an Gott glaubt, muss wissen, warum. Theologie bietet Argumente und verbindet Herz und Hirn. Theologische Bildung zielt auf einen tragfähigen und gesprächsbereiten Glauben.

15:30 Uhr

Pause

16:00 Uhr

Dr. Malgorzata BOGACZYK-VORMAYR
Universität Posen

Bildung zur Klarheit – nach Edith Stein, Karl Jaspers und Barbara Skarga

Als Ausgang meines Vortrags wähle ich eine Textpassage aus der Schrift Edith Steins Wahrheit und Klarheit im Unterricht und in der Erziehung und stelle folgende Fragen: Was bedeutet es, ein klarer Mensch zu sein? Inwieweit ist unsere Klarheit ein Ergebnis der Innerlichkeit und inwieweit brauchen wir eine Unterstützung oder sogar Lenkung auf dem Weg zur eigenen Klarheit? Leben wir heute in einer Welt, die die klare Persönlichkeit anerkennt? Hat die „menschliche Klarheit“ irgendwann und irgendwo den Vorrang?

17:00 Uhr

DDr. Oskar DANGL, KPH Wien/Krems

Bildung in einer pluralen Gesellschaft – mit der leitenden Frage:
Gibt es eine werte-neutrale Bildung?

Das Thema des Vortrags weist schon auf die entscheidende aktuelle Herausforderung hin: die gesellschaftliche Pluralität. In einem solchen Kontext sollte „Pluralismus“ als Ziel der Pädagogik anvisiert werden im Sinne eines reflektierten Umgangs mit Pluralität. Das gilt auch für Wertefragen, die keinesfalls aus dem pädagogischen Programm ausgeschlossen werden dürfen. Die entscheidende pädagogische Frage lautet, wie mit Werte-Pluralität pädagogisch angemessen umzugehen ist.

18:00 Uhr

Round Table mit allen Vortragenden
Moderation: Mag. Dr. Elisabeth MAIER, Wien

 

Moderation der Tagung: MMag. Renate TOLUNAY OCDS, Wien

Die Gesellschaft

Die Edith Stein Gesellschaft Österreich (ESGÖ) setzt sich zum Ziel, die Erinnerung an Edith Stein (Sr. Teresia Benedicta a Cruce OCD) als Frau, Philosophin, Tochter des jüdischen Volkes, Christin, Karmelitin, und ihre Verehrung als Heilige und Mitpatronin Europas zu wecken, wachzuhalten und zu vertiefen, sowie ihr philosophisches, pädagogisches und spirituelles Erbe zu erschließen und dieses in den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

Sie erhalten Informationen über die Veranstaltungen der ESGÖ und über die Möglichkeit einer Mitgliedschaft auf: www.edith-stein-gesellschaft.at