Edith Stein Tagung 2026

Postfaktisch? Über die Zukunft der Wahrheit

Edith Stein Gesellschaft Österreich und Karmeliten in Wien
23. – 24. Oktober 2026 in Wien

In Präsenz und über Livestream

Festsaal im Erzbischöflichen Palais 

Wollzeile 2, 1010 Wien

Programm Edith Stein Tagung 2026

Freitag, den 23. Oktober 2026

18.00 Uhr – Hl. Messe im Stephansdom

19.30 Uhr – Begrüßung durch P. Roberto Maria Pirastu OCD, Präsident der ESGÖ


19.30 Uhr

Alexkgn, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Wahrheit in der Technik, Wirtschaft und Produktinnovation

Prof. Dr. Sarah Spiekermann-Hoff

Department für Wirtschaftsinformatik und Operations Management der Wirtschaftsuniversität Wien

Bild: Alexkgn, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zusammenfassung

Welchen Beitrag kann die materiale Wertethik (Scheler, Hartmann) und Wahrnehmungspsychologie (Fuchs) zum Thema „Wahrheit in der Technik, Wirtschaft und Produktinnovation“ leisten? An diesem Tag geht es zunächst um die Art, wie Schelers materiale Wertethik in ein „Value-based Engineering“ für IT und KI Produkte übersetzt worden ist. Hier wird die philosophische Wertontologie für IT Design vorgestellt, wie sie heute im ISO-Standard 24748-7000 verankert ist und weltweit genutzt wird. Ein kleiner IT Design Workshop rahmt diesen Teil ein. Ferner wird das Theme Werte in der Ökonomie besprochen und wie ein Wertverständnis im Sinne Schelers fundamental abweicht zu dem, was wir heute in der Ökonomie als Wert begreifen.



Samstag, den 24. Oktober 2026


9.30 Uhr

Zur Beziehung von Werterkenntnis und personaler Verwirklichung bei Scheler und Stein

Dr. Monika Adamczyk-Enriquez

Edith-Stein-Archiv zu Köln, Ignatianum Universität in Krakau

Zusammenfassung

Max Scheler, einer der bedeutendsten Vertreter der philosophischen Axiologie im 20. Jahrhundert, entwickelte eine grundlegende Beschreibung von Werten und ihrer Hierarchie und betonte dabei ihren idealen Charakter. Zugleich zeigte er die erkenntniserschließende Rolle des Fühlens und der personalen Akte für die Erfassung von Werten auf.
Edith Stein greift Schelers Ansatz auf, verschiebt jedoch den Akzent. Während bei Scheler die Beziehung zwischen Person und Werten primär in einer erkenntnistheoretischen Perspektive erscheint, richtet Stein den Blick stärker auf die Person selbst als Ort der Aneignung und Verwirklichung von Werten. Ihr Interesse gilt der inneren Struktur der Person, der Verantwortlichkeit sowie den Bedingungen personaler Reifung und Entwicklung. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Ansätze und werden eingeladen, darüber nachzudenken, wie Werte im eigenen Leben erkannt, angeeignet und verwirklicht werden können.



11.00 Uhr

Bild von Małgorzata Bogaczyk-Vormayr

Ethos – Eidos – Imagination: Wahrheit als Wiedererinnerung

Assist-Prof. Małgorzata Bogaczyk-Vormayr

Edith-Stein-Archiv zu Köln, Ignatianum Universität in Krakau


12.00 Uhr – Mittagspause


14.30 Uhr

Schönheit und Wahrheit – umstrittene Werte in Philosophie und Kunst

Dr. Pia Lilienstein

Universität Erlangen-Nürnberg

Zusammenfassung

Rom gilt als Geburtsstätte des Barock, jener Kunstepoche, die Schönheit dynamischer, intensiver, sinnlicher und dramatischer als je zuvor inszenierte und die die christliche Weltanschauung und Offenbarung in eindrucksvolle Kunstwerke übersetzte. Die Künstlerinnen und Künstler um 1900 brachen vehementer noch als diejenigen des 19. Jahrhunderts mit dieser Kunst- und Bildauffassung. Friedrich Nietzsche z.B. rebellierte gegen die platonische Trias des Guten, Wahren und Schönen und schrieb „Die Wahrheit ist hässlich: Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen“. Edith Stein, als Zeitgenossin der Klassischen Moderne hingegen schrieb an Roman Ingarden, dass sie es im Leben mit der Kultur und in der Kunst mit der Schönheit hielte und in beidem die Harmonie suche, also im Grunde das Ordnende, Erhabene und Transzendente.
Der moderne Zweifel am Wert der Schönheit und an der Wahrheit von Bildern wird mit den digitalen Sehgewohnheiten und dem Bildmedium der KI-generierten Bilderwelten zu einer Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig schärft sich in der Kunst das Bewusstsein für den Wert leiblicher Wahrnehmungen und ästhetischer Erfahrungen als Erkenntniszugänge. Der Rückblick in vergangene Kunstepochen und ein Vergleich von Edith Stein mit Künstlerinnen ihrer Generation könnte interessante Impuls für das aktuelle Nachdenken über diese Fragen geben.
Neben dem philosophisch-kunsthistorischen Teil soll es auch die Gelegenheit geben, gemeinsam die durch Architektur und künstlerischen Inszenierung verdichtete, ästhetisch-spirituelle Atmosphäre eines barocken Kirchenbau zu erkunden.



16.00 Uhr

Der Einfluss der Psyche auf die Umsetzung von Werthaltungen

Prim. Dr. David Oberreiter MBA

Institut für Psychotherapie des Kepler Universitätsklinikums Linz

Zusammenfassung

Innerpsychische Vorgänge beeinflussen einerseits das Erkennen von Werten als auch die Fähigkeit, jene Werte zu verwirklichen. Es gibt psychische Zustände, die es erschweren oder gar unmöglich machen, Wahrheiten zu erkennen und sich gemäß diesen zu verhalten. Andere psychische Aspekte hingegen sind förderlich für die Verwirklichung von Werten. Begünstigende psychischen Faktoren sollten im Fokus der eigenen Entwicklung stehen.


Anmeldung

Melden Sie sich bitte über dieses Formular zur Tagung an. Die Teilnahme ist in Präsenz und durch Online Livestream möglich.

Anmeldung auch möglich per Mail an info(at)edith-stein-gesellschaft.at oder telefonisch unter +43 (0)‭699 16770217‬

Tagungsgebühr:

ArtPreis
Einzelperson€20
ESGÖ Mitglieder – (hier Mitglied werden) €10
Senioren€15
Studenten€7
ESGÖ Mitglieder – Studenten€0
Andere Ermäßigungen€7

Wir bitten um Überweisung der Teilnahmegebühr auf folgendes Konto:
Lautend auf: Edith Stein Gesellschaft Österreich
IBAN: AT47 5400 0000 0070 3843
BIC: OBLAAT2L
Verwendungszweck: Edith Stein Tagung [Mitgliedsnummer – wenn bekannt]

Falls Ihre Bankgebühren für eine Überweisung nach Österreich unverhältnismäßig hoch wären, können Sie über PayPal einzahlen: https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=PNKBDKANEMWHQ

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Über die Veranstalter

Über die Edith Stein Gesellschaft Österreich

Die Edith Stein Gesellschaft Österreich (ESGÖ) wurde am 5. Oktober 2012 gegründet und setzt sich zum Ziel, die Erinnerung an Edith Stein (Sr. Teresia Benedicta a Cruce OCD) als Frau, Philosophin, Tochter des jüdischen Volkes, Christin, Karmelitin, und ihre Verehrung als Heilige und Mitpatronin Europas zu wecken, wachzuhalten und zu vertiefen, sowie ihr philosophisches, pädagogisches und spirituelles Erbe zu erschließen und dieses in den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

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www.edith-stein-gesellschaft.at

Eine Veranstaltung von:

Die Karmeliten in Wien

Edith Stein Gesellschaft Österreich